Die Geschichte des Schachvereins


Vorbemerkung:

Die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte und die Erstellung einer Chronik sind nach wie vor ein laufendes Projekt im Rahmen unseres 100-jährigen Jubiläums 2021. Wichtige Wegmarken und interessante Funde aus den ausgewerteten Quellen zur Vereinsgeschichte sollen hier nach und nach eingepflegt werden und die Vereinschronik allmählich wachsen lassen. Ergänzungen und gegebenenfalls notwendige Korrekturen sind so auch noch jederzeit möglich.

Vereinsmitglieder, Ehemalige und andere Zeitzeugen, die noch vereinshistorische Unterlagen und Erinnerungen beisteuern können (insbesondere auch Bildmaterial!), möchten wir herzlich dazu ermuntern, sich zu diesem Zweck vertrauensvoll an den Vereinsvorstand zu wenden.

Kursiv gesetzte Textpassagen sind im Folgenden vorlagengetreu übernommene Zitate aus den Protokollbüchern des Vereins, wenn nicht anders angegeben.

Der Schachverein Esslingen von 1921 bis 1949

06.10.1921 – Erste Gründungsversammlung des Schachvereins Esslingen
Am Abend des 6ten Oktober begann der junge Verein zum erstenmal seine Spieltätigkeit. Nachdem Hans Engstler für den verreisten Schriftführer dessen Amt bis zur Rückkehr desselben übernommen hatte, eröffnete der Vorstand die Sitzung, worauf durch den prov. Schriftführer das Protokoll der Gründungssitzung vorgelesen u. genehmigt von der Versammlung in das Protokollbuch aufgenommen wurde. Hierauf ging ein Antrag v. Schriftführer, das Aufnahmegeld herabzusetzen, durch u. beträgt somit die Aufnahmegebühr 30 M. Sodann erhob sich ein grimmig Turnier. Nicht nur die riesige Zahl der Anwesenden, sondern auch die Zahl der gelieferten Spiele machten den Abend interessant. Anwesend waren Herren Kissling, Kaufmann, Wagner, Engstler. Schluss d. offic. Abends 10 1/2.

19.10.1921 – Zweite Gründungsversammlung
Nachdem sich am vorhergehenden Spielabend eine grosse Anzahl Herren eingefunden hatte, wurde auf Wunsch der Versammelten eine Neugründung des Vereins vorgenommen.

Spiellokal ist der Württemberger Hof beim Bahnhof.

08.10.1924 – Der 1. Vorsitzende Carl Hausbrendel beklagt die Folgen der Inflation und appelliert in der vierten ordentlichen Generalversammlung an die Vereinsmitglieder:
Die wirtschaftliche Notlage des deutschen Volkes machte sich auch in unsern Vereinsabenden geltend, die fast während des ganzen Jahres schlecht, zum Teil sehr schlecht besucht waren. Der Vorsitzende richtet einen warmen Appell an die Anwesenden, wieder eifriger sich am Vereinsleben zu beteiligen und zur Pflege des edlen Schachspiels die Vereinsabende wieder zahlreicher zu besuchen.

21.03.1925 – Aber schon ein halbes Jahr später kann die Überwindung der Krise vermeldet werden:
Der Verein hat in erfreulicher Weise gezeigt, daß er die schwierige Inflationszeit glücklich überstanden hat und sich wieder auf dem aufsteigenden Ast befindet.

Ab dem 15.07.1929 spielt der Verein in der Gaststätte Zum Goldenen Ochsen in der Pliensaustraße.

1931 – Beitritt zum Schwäbischen Schachbund

1933 – Der Verein bekommt den Zuschlag, den 15. Schwäbischen Schachkongress in Esslingen vom 26. Aug. bis 02. Sept. auszurichten.
Der 2. Vorsitzende Kurt Rahn wird bester Einzelspieler des Landes.

1939 wird die Schwabenbräu-Wirtschaft zum neuen Spiellokal.

1943 – 25. Schwäbischer Schachkongress in Esslingen vom 31. Juli bis 07. Aug.

27.11.1945 – Erlaubnis zur Wiedereröffnung des Vereinsspielbetriebs. Spiellokal wird zunächst der Fürstenfelder Hof in der Strohstraße, ab Aug. 1947 wird wieder im Schwabenbräu gespielt und im März 1949 zieht man in den Städt. Saalbau in der Ritterstraße um.

20.10.1946 – Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Vereinsjubiläum wird ein Mannschaftskampf gegen ein lettisches Team Esslingens an 26 Brettern veranstaltet, der mit dem knappen Ergebnis von 12,5:13,5 an die lettische Mannschaft geht. Das Rückspiel am 15. Dez. entscheiden die Letten dann schon mit 18,5:7,5 für sich.
(Anm.: In Esslingen hatten in Folge des Zweiten Weltkriegs ca. 6.000 Letten als sogenannte Displaced Persons zwischen 1945 und 1950 vorübergehend eine neue Heimat gefunden.)

05.03.1947 – Der Verein tritt dem Landessportbund Württemberg-Baden, Sparte Schach, bei. – Wegen der deutlich gestiegenen, auf 94 fast verdoppelten Mitgliederzahl wird ein 2. Spiellokal „Ost“ im Gasthof Stern in Betrieb genommen.
Esslingen bestreitet noch 1947 erfolgreich ein Qualifikationsturnier um die Teilnahmeberechtigung für den Ligaspielbetrieb und erreicht den 1. Platz vor Stuttgart-Ost, Vaihingen, Zuffenhausen, Ludwigsburg und Nürtingen:
Begünstigt durch den Beitritt mehrerer lettischer Schachfreunde mit hervorragender Spielstärke, konnte unsere 1. Mannschaft (…) von Sieg zu Sieg eilend, in anerkennendster Form das Ziel erreichen u. den Beweis für die Ligafähigkeit erbringen.
Die 1. Mannschaft wird wenig später auch Württembergische Landesmeisterin, und auch die zweite und dritte Mannschaft Esslingens belegen in der B- bzw. C-Klasse des Bezirks dann jeweils den 1. Platz.
Als einziger Verein Württembergs stellt Esslingen 1948 schließlich sechs Mannschaften für den Ligabetrieb – allerdings gegen Ende der Saison zunehmend unter Ersatzproblemen und daraus resultierenden kampflosen Punktverlusten.

Der Verein zählt 1948 einen Höchststand von 102 Mitgliedern, darunter 25 lettische Schachfreunde.

Der 1948 in den Verein eingetretene und wenig später, wie manch andere seiner Landsleute auch, in die USA ausgewanderte Lette Elmars Zemgalis (*1923 - †2014) wird noch zu Ostern 1949 in Ruit Württembergischer Landesmeister.
Der Jahresbericht 1949 lässt die ersten Nachkriegsjahre, die zweifellos zu den erfolgreichsten Spielzeiten des Vereins gehören, Revue passieren – die nahe Zukunft mit nicht mehr ganz so rosigen Aussichten aber auch vorausahnend:
Die erste Mannschaft errang (…) zum 1. Mal in der Vereinsgeschichte, die Württemb. Mannschafts-Meisterschaft in der obersten Spielklasse (…). (…) Zemgalis ist zweifellos das talentierteste Schachtalent im Schwabenland, sein Abgang ist nicht nur für unseren Verein ein Verlust, sondern darüber hinaus auch für den Württ. Schachverband.

Der Schachclub Zell aus dem Esslinger Vorort Zell von 1933 bis 1949

Hinweis: Die Seite ist noch im Aufbau!

1950 bis ????

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Nach der Fusion des Schachclubs Zell a. N. 1933 e. V. mit dem Schachverein Esslingen a. N. 1921 e. V. enstand im Jahre 1995 der Schachverein Dicker Turm Esslingen 1921 e.V. Dieser neu entstandene Verein 'Dicker Turm' wurde damit der mitgliederstärkste Schachverein in Esslingen.